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Die Voraussetzungen für Phase 2 der Härtefall-Förderung wurden laufend geändert, sodass eine Überarbeitung unserer Info vom 24.4.2020 notwendig ist  – erfreulicher Weise mit verlängertem Beobachtungszeitraum und weiteren Details zum Fixkostenzuschuss

Wir berichten laufend über finanzielle Unterstützungen in Zusammenhang mit dem Corona-Virus, zuletzt mit MMG-Infos vom 18.03.2020 (Corona-Virus und Arbeitsrecht) und 30.03.2020 (Corona-Virus und finanzielle Unterstützungen).

Härtefall-Fonds Phase 2

Über die Voraussetzungen für die Beantragung finanzieller Mittel aus dem Härtefall-Fonds Phase 1 haben wir mit MMG-Info vom 28.3.2020 berichtet. Erfreulicher Weise wurde die Voraussetzungen für Phase 2 erheblich gelockert was die Anspruchsberechtigten betrifft. Insbesondere gibt es keine Einkommensgrenzen mehr, Mehrfachversicherte sowie Jungunternehmer sind nun auch anspruchsberechtig und der Corona-Härteausgleich ist kein Ausschlussgrund mehr. Gleichzeitig wurden sechs Betrachtungszeiträume fix vorgegeben. In maximal drei dieser Zeiträume kann bei Vorliegen einer wirtschaftlich signifikante Bedrohung eine Förderung beantragt werden:

  • B1:  16.03.- 15.04.2020
  • B4:  16.06. – 15. 07 2020
  • B2:  16.04. – 15.05.2020
  • B5:  16.07. – 15.08.2020
  • B3:  16.05. – 15.06.2020
  • B6:  16.08. – 15.09.2020

Eine wirtschaftlich signifikante Bedrohung durch COVID-19 liegt vor:

  • Laufende Kosten können nicht mehr gedeckt werden.
  • Im Betrachtungszeitraum besteht zumindest überwiegend ein behördliches Betretungsverbot.
  • Im Betrachtungszeitraum besteht ein Umsatzeinbruch von mindestens 50% zum vergleichbaren Betrachtungszeitraum des Vorjahres (Monat oder ein Drittel des Quartals). Dh, für B1 März 2019 oder 1/3tel 1.Quartal 2019, für B2 April 2019 oder 1/3tel 2.Quartal 2019, für B3 Mai 2019 oder 1/3tel 2.Quartal 2019.

Der Umsatzeinbruch im Betrachtungszeitraum bezieht sich bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern auf den Zufluss der Einnahmen. Fließen somit trotz signifikantem Einbruch der Arbeit im Betrachtungszeitraum Einnahmen aus Vormonaten wie beispielsweise (Kassen)Honorare für Vormonate zu, so zählen diese Zuflüsse als Umsatz im Betrachtungszeitraum.

Die Bemessungsgrundlage zur Ermittlung der finanziellen Unterstützung aus dem Härtefall-Fond wird in Phase 2 als Differenz zwischen „Nettoeinkommen“ im Vergleichszeitraum (abgeleitet aus dem letzten Steuerbescheid) und dem „Nettoeinkommen“ des Beobachtungszeitraums berechnet, das wiederum durch Multiplikation des Umsatzes im Beobachtungszeitraum mit der „steuerlichen Umsatzrentabilität“ aus der letzten Veranlagung ermittelt wird.

Förderhöhe

80% des Nettoeinkommensentgangs bei Gründung/Übernahme vor 31.12.2019 bzw 90% bei einem durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommen des Vergleichsjahres von unter € 966,65 ohne Nebeneinkünften mindestens jedoch € 500 pro Monat „pauschale Förderung). Jedoch gelten folgende Obergrenzen:

  • Maximal € 2.000 / Monat über maximal 3 Monate
  • Anrechnung/Abzug Soforthilfe aus Phase 1
  • pauschal € 500 / Monate Jungunternehmer (Gründung/Übernahme zwischen 1.1. – 15.3.2020 sowie in 2018 und 2019 wenn noch kein Steuerbescheid vorliegt) und bei negativen Einkünften im Steuerbescheid.

Schlechte Nachrichten für die Bezieher von „Nebeneinkünften“: Es kommt zu einer Verminderung der Förderung, wenn neben den Einkünften aus „selbständiger Arbeit“ bzw „Gewerbebetrieb“ weitere Einkünfte bezogen werden, sodass die Summe aus (a) Nettoeinkommen des Beobachtungszeitraums plus (b) Nettoeinkommen aus Nebeneinkünften plus (c) Versicherungen zur Abdeckung COVID-19 Auswirkungen und künftige der Höhe nach abschätzbare Versicherungsleistungen plus (d) Härtefall-Förderung € 2000 nicht überschreitet.

Als Nebeneinkünfte zählen insbesondere Nettogehälter aus Dienstverhältnissen und Pensionsbezüge, sowie „Nettoeinkommen“ iZm Kapital- und Vermietungseinkünften. Bei letzteren besteht ein Gestaltungsspielraum weil diesbezügliche Werbungskosten (zB Betriebskosten und anteilige Abschreibung bei Vermietungseinnahmen) sowie die anteilige Einkommensteuer (nach dem Durchschnittssteuersatz abgeleitet aus dem letzten Steuerbescheid) abgezogen werden, wodurch die Förderung im Ergebnis erhöht wird.

Antrag

Für jeden der drei maximal zulässigen Betrachtungszeiträume muss ein eigener Antrag gestellt werden. Ein Antrag ist seit 20.4.2020 online möglich (www.wko.at) und kann vorbehaltlich budgetärer Deckung bis 31.12.2020 gestellt werden. Bei Bedarf unterstützen SIE die MMG-Berater hierbei gerne.

Kurz-Info zu weiteren finanziellen Unterstützungen

  • Die (lokalen Wirtschafts-) Kammern und Gebietskörperschaften berichten laufend über finanzielle Unterstützungen, zB Erste-Hilfe-Fond für Jungunternehmer, Beraterkosten (WK-Kärnten), KMU-Förderungen (Wirtschaftsagentur.at) usw.
  • Corona-Hilfs-Fond Garantien: 90% Kreditsumme max 120 Mio; Zinsen 1%, Entgelt 0,25%-2% pa (Antrag über Hausbank)
  • Corona-Hilfs-Fonds Zuschüsse zur Deckung der Fixkosten (z.B. Mieten, Versicherungen, Leasing, sonstige Aufwände ohne Personal inkl. angemessener Unternehmerlohn von max € 2.000/M) in bis zu drei Monaten im Zeitraum 16.03. bis 15.09.2020, die nicht reduziert werden konnten. Anspruchsberechtigt sind grds alle österreichischen Unternehmen, deren Fixkostenzuschuss in Summe über € 2.000 betragen wird, dh bei 40 – 60% Umsatzausfall: 25% Zuschuss, bei 60 – 80% Ausfall: 50% Zuschuss, bei 80-100% Ausfall: 75% Zuschuss. Antrag ab 20.05.-31.12.2020 über FinanzOnline (vollständige Angaben bis 31.8.2021) nach Prüfung der (geschätzten oder tatsächlichen) Angaben durch den Steuerberater, was selbstverständlich Ihre MMG-Steuerberatung gerne für SIE erledigt. Auszahlung in drei Tranchen ab Ende Mai/ Anfang Juni. Antrag für erste Tranche ab 20.5., für zweite Tranche ab 19.8., für dritte Tranche ab 19.11. Über weitere Details und Einschränkungen zum Fixkostenzuschuss werden wir im Laufe der nächsten Woche gesondert berichten, sobald der Antrag verfügbar ist mehr Klarheit über der Rahmenbedingungen herrscht.
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